Die DFB-Frauen haben am 14. April 2026 im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg einen überzeugenden 5:1-Sieg gegen Österreich gefeiert. Das Spiel in der WM-Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien war ein klares Statement: Deutschland ist in der Gruppe A4 das Maß aller Dinge und marschiert mit drei Siegen aus drei Spielen unaufhaltsam Richtung WM-Endrunde. Die Leistung der deutschen Mannschaft war beeindruckend – und zeigt, dass die DFB-Frauen unter Bundestrainer Christian Wück eine neue Qualität erreicht haben.
Das Spiel: Deutschland dominiert von Beginn an
Vor 24.237 Zuschauern – mehr als 23.000 Tickets waren bereits im Vorverkauf abgesetzt worden – zeigten die DFB-Frauen eine souveräne Leistung. Nicole Anyomi eröffnete den Torreigen in der 17. Minute mit einem Rechtsschuss nach einer Ecke und brachte Deutschland früh in Führung. Die erste Halbzeit endete 1:0, wobei Österreichs Torhüterin El Sherif mehrfach stark parierte und die Niederlage in Grenzen hielt. Deutschland hatte in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen, scheiterte aber immer wieder an der gut aufgelegten österreichischen Keeperin.
In der zweiten Halbzeit drehten die deutschen Frauen auf. Vivien Endemann erhöhte in der 52. Minute auf 2:0, nachdem Jule Brand die Vorlage geliefert hatte. Das 3:0 fiel in der 68. Minute durch ein Eigentor der österreichischen Kapitänin Sarah Puntigam, die nach einer Ecke von Brand und einem Kopfball von Nüsken unglücklich ins eigene Netz traf. Jule Brand selbst traf in der 76. Minute zum 4:0, bevor Österreich durch Chiara D'Angelo in der 77. Minute den Ehrentreffer erzielte. Den Schlusspunkt setzte Lea Schüller in der 83. Minute zum 5:1-Endstand.
Jule Brand war die überragende Spielerin des Abends: Die Offensivspielerin war an drei Toren direkt beteiligt – als Torschützin und als Vorbereiterin. Ihre Schnelligkeit, Technik und Torgefahr machten ihr die österreichische Defensive das gesamte Spiel über zu schaffen. Brand entwickelt sich in dieser Saison zu einer der besten Spielerinnen Europas und ist ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Spiels.
Verletzungssorgen: Gwinn muss früh vom Platz
Ein Wermutstropfen war die Verletzung von Kapitänin Giulia Gwinn. Die Defensivspielerin musste bereits in der 33. Minute nach einem Foulspiel mit einer Schulterverletzung das Feld verlassen und wurde durch Carlotta Wamser ersetzt. Angesichts Gwinns Verletzungshistorie – sie hatte in der Vergangenheit zwei Kreuzbandrisse erlitten – sorgte die Verletzung für Besorgnis. Bundestrainer Christian Wück und das medizinische Team werden die Verletzung in den kommenden Tagen genau untersuchen.
Trotz des frühen Ausfalls der Kapitänin zeigten die DFB-Frauen eine geschlossene Mannschaftsleistung. Die Einwechselspielerinnen integrierten sich nahtlos ins Spiel, und die Breite des deutschen Kaders wurde eindrucksvoll demonstriert. Bundestrainer Christian Wück, der als gebürtiger Franke und ehemaliger Spieler des 1. FC Nürnberg das Spiel in seiner Heimatstadt als besonders bedeutsam empfand, zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden: „Wir haben heute gezeigt, was wir können. Die Mannschaft hat trotz der frühen Verletzung von Giulia konzentriert gespielt und das Ergebnis klar gemacht."
Auch Lea Schüller, die als Einwechselspielerin in der 75. Minute kam und in der 83. Minute traf, zeigte ihre Qualität. Die Stürmerin des FC Bayern München ist eine der erfahrensten Spielerinnen im deutschen Kader und weiß, wie man in wichtigen Momenten trifft. Ihr Tor zum 5:1 war der verdiente Schlusspunkt einer überzeugenden Mannschaftsleistung.
Abschied von Sara Däbritz
Vor dem Anpfiff wurde eine der größten Spielerinnen der deutschen Fußballgeschichte offiziell verabschiedet: Sara Däbritz, die in ihrer Karriere 111 Länderspiele für Deutschland absolviert und 18 Tore erzielt hatte, erhielt einen würdigen Abschied vom DFB. Däbritz, die unter anderem mit dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain erfolgreich war, gilt als eine der prägendsten Figuren des deutschen Frauenfußballs der vergangenen Dekade.
Die Zeremonie war ein emotionaler Moment für alle Anwesenden – Spielerinnen, Trainer und Fans. Däbritz' Karriere steht exemplarisch für den Aufstieg des deutschen Frauenfußballs zu einer Weltmacht. Sie gewann mit Deutschland die Europameisterschaft 2013 und die Weltmeisterschaft 2007 und war eine der prägenden Figuren des deutschen Frauenfußballs. Ihre Nachfolgerinnen im aktuellen Kader haben große Fußstapfen zu füllen – und zeigen mit Leistungen wie dem 5:1 gegen Österreich, dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind.
Deutschlands makellose Bilanz in der WM-Qualifikation
Mit dem 5:1-Sieg gegen Österreich haben die DFB-Frauen ihre perfekte Bilanz in der WM-Qualifikation ausgebaut. Vor diesem Spiel hatte Deutschland bereits Slowenien mit 5:0 und Norwegen auswärts mit 4:0 besiegt. Das Torverhältnis nach drei Spielen lautet nun 14:1 – ein beeindruckender Wert, der die Dominanz der deutschen Mannschaft in der Gruppe A4 unterstreicht. Kein anderes Team in der Gruppe kommt auch nur annähernd an diese Zahlen heran.
Österreich hingegen steht nach drei Spielen ohne Punkt am Tabellenende. Die Österreicherinnen hatten zuvor 0:1 gegen Norwegen und 0:1 gegen Slowenien verloren. Die historische Bilanz zwischen beiden Mannschaften ist eindeutig: Deutschland hat alle acht bisherigen Begegnungen gewonnen, mit einem Torverhältnis von 31:7. Das letzte Aufeinandertreffen vor diesem Spiel endete am 3. Juni 2025 in Wien mit einem 6:0 für Deutschland. Österreich muss in den kommenden Spielen dringend Punkte sammeln, um die Qualifikation nicht zu verpassen.
Rückspiel in Ried und Ausblick auf die WM 2027
Bereits am 18. April 2026 steht das Rückspiel in Ried, Österreich, auf dem Programm. Anstoß ist um 18:00 Uhr CEST. Das Spiel wird nicht im Free-TV übertragen – die ARD zeigt es lediglich als Livestream auf Sportschau.de. Für die DFB-Frauen ist das Rückspiel eine weitere Gelegenheit, ihre Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien voranzutreiben. Bundestrainer Wück wird die Gelegenheit nutzen, um weiteren Spielerinnen Einsatzzeit zu geben.
Die WM 2027 findet in Brasilien statt – ein besonderer Schauplatz für den Weltfußball. Deutschland hat sich als klarer Favorit in der Qualifikationsgruppe A4 positioniert und ist auf dem besten Weg, sich frühzeitig für das Turnier zu qualifizieren. Mit Spielerinnen wie Jule Brand, Lea Schüller, Vivien Endemann und Nicole Anyomi verfügen die DFB-Frauen über eine Qualität, die sie zu ernsthaften Titelanwärterinnen macht. Die WM 2027 in Brasilien wird das erste Mal sein, dass das Turnier in Südamerika stattfindet – ein historisches Ereignis für den Frauenfußball.
Trainer Christian Wück hat seit seiner Amtsübernahme eine klare Spielphilosophie entwickelt: offensiver, mutiger Fußball mit hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel. Die Ergebnisse in der WM-Qualifikation zeigen, dass diese Philosophie Früchte trägt. Mit einer Tordifferenz von 14:1 nach drei Spielen sind die DFB-Frauen auf dem richtigen Weg – und die WM 2027 in Brasilien rückt näher. Für den deutschen Frauenfußball ist die aktuelle Entwicklung ermutigend: Nach einigen schwierigen Jahren zeigt die Mannschaft wieder die Qualität und Geschlossenheit, die sie zu einer der besten Nationalmannschaften der Welt macht.
Die Bedeutung des Frauenfußballs in Deutschland
Der Erfolg der DFB-Frauen in der WM-Qualifikation ist nicht nur sportlich bedeutsam, sondern auch gesellschaftlich relevant. Frauenfußball hat in Deutschland in den vergangenen Jahren enorm an Popularität gewonnen. Die Zuschauerzahlen bei Länderspielen steigen kontinuierlich, und das Interesse der Medien und Sponsoren wächst. Das ausverkaufte Max-Morlock-Stadion in Nürnberg mit 24.237 Zuschauern ist ein Beleg dafür.
Bundestrainer Christian Wück betont regelmäßig, wie wichtig es ist, den Frauenfußball in Deutschland weiterzuentwickeln. „Wir wollen nicht nur Spiele gewinnen, sondern auch Vorbilder für die nächste Generation sein", sagt er. Die Spielerinnen der DFB-Frauen sind für Millionen von Mädchen und jungen Frauen in Deutschland Inspirationsquellen – und ihre Leistungen auf dem Platz tragen dazu bei, das Interesse am Fußball zu wecken.
Die WM 2027 in Brasilien bietet eine einmalige Chance, den deutschen Frauenfußball auf der Weltbühne zu präsentieren. Mit der aktuellen Form und dem Kader haben die DFB-Frauen alle Voraussetzungen, um in Brasilien eine wichtige Rolle zu spielen. Die Qualifikation ist auf einem guten Weg – und die Vorfreude auf das Turnier wächst mit jedem Sieg.




