Stefan Mross und das Ende von Immer wieder sonntags: Abschied von einer TV-Legende
Stefan Mross ist im Mai 2026 in aller Munde – und das aus einem besonderen Grund: Nach 31 Jahren geht Immer wieder sonntags, eine der beliebtesten Schlager-Sendungen im deutschen Fernsehen, in ihre letzte Saison. Der SWR und die ARD haben entschieden, die Kult-Show nach der Sommersaison 2026 einzustellen. Für Millionen von Zuschauern bedeutet das das Ende eines festen Bestandteils ihres Sonntagmorgens – und für Stefan Mross das Ende einer Ära, die sein Leben und seine Karriere geprägt hat wie kaum etwas anderes.
Die Ankündigung des Sendungsabschieds hat in Deutschland eine Welle der Nostalgie und des Bedauerns ausgelöst. Immer wieder sonntags ist nicht nur eine Fernsehsendung – sie ist ein Stück deutsches Kulturgut, das Generationen von Zuschauern begleitet hat. Ihr Ende markiert auch einen Wandel in der deutschen Fernsehlandschaft, in der traditionelle Formate zunehmend unter Druck geraten.
Das Ende einer Ära: 31 Jahre Immer wieder sonntags
Die Show Immer wieder sonntags hat eine beeindruckende Geschichte: Über 370 Episoden, 31 Jahre auf Sendung und seit 2005 mit Stefan Mross als Gastgeber. Der Südwestrundfunk (SWR) begründete die Entscheidung zur Einstellung mit finanziellen Einschränkungen und einer strategischen Neuausrichtung, die auf ein jüngeres Publikum abzielt. Mross selbst kommentierte die Absetzung mit den Worten: "Dass man sich so trennt, ist nicht fair" – ein Satz, der seine Enttäuschung über das Ende seiner langen Amtszeit deutlich macht.
Die letzte Saison startet am 31. Mai 2026 live aus dem Europa-Park Erlebnis-Resort in Rust um 10:00 Uhr im Ersten. Insgesamt 13 Live-Episoden sind geplant, die sich über den gesamten Sommer erstrecken. Das große Finale ist für den 6. September 2026 angesetzt, gefolgt von einer Best-of-Folge am 13. September 2026, die die Serie offiziell abschließt. Jede Folge wird live ausgestrahlt – ein Merkmal, das die Show von Beginn an ausgezeichnet hat und ihr eine besondere Energie und Authentizität verliehen hat.
Warum endet die Sendung?
Die Entscheidung des SWR, Immer wieder sonntags einzustellen, ist Teil einer breiteren Strategie der öffentlich-rechtlichen Sender, ihr Programm zu modernisieren und jüngere Zielgruppen anzusprechen. Die Schlager-Sendung hatte zwar nach wie vor treue Zuschauer, aber die Quoten waren in den vergangenen Jahren rückläufig. Hinzu kommen finanzielle Überlegungen: Die Produktion einer wöchentlichen Live-Show über den gesamten Sommer ist kostspielig, und der SWR muss seine Ressourcen neu priorisieren.
Staraufgebot für die Abschiedssaison
Um die letzte Saison gebührend zu feiern, hat die Produktion mehr als 130 Künstler verpflichtet – ein Rekord für die Show. Die Premierenfolge allein bietet ein Aufgebot an Schlager-Stars: Beatrice Egli, Andy Borg, Alexandra Hofmann, Ramon Roselly, Michael Holm, Linda Hesse und Ronja Forcher werden dabei sein. In den folgenden Episoden treten unter anderem Hansi Hinterseer, Die Amigos, Vanessa Mai, voXXclub, Stefanie Hertel und die Kastelruther Spatzen auf.
Besonders emotional wird die Beteiligung von Andy Borg, der nicht nur bei der Premiere, sondern auch beim Finale und einer weiteren Sendung dabei sein wird. Borg und Mross verbindet eine langjährige Freundschaft, die dem Abschied eine persönliche Note verleiht. Auch die beliebten Rubriken der Show kehren zurück: die Sommerhitparade, das rote Mikrofon für junge Talente, die Starküche und Maskottchen Holzwurm Willi. Diese Elemente sind für viele Zuschauer untrennbar mit der Show verbunden und werden in der letzten Saison noch einmal in voller Pracht zu sehen sein.
Stefan Mross: Vom Trompeten-Wunderkind zum Schlager-Moderator
Stefan Mross' Karriere begann 1989, als er im Alter von 13 Jahren von Entertainer Karl Moik entdeckt wurde. Noch im selben Jahr gewann er den Grand Prix der Volksmusik mit dem Instrumentalstück Heimwehmelodie – und wurde über Nacht zum Star der Volksmusik-Szene. Die Entdeckung durch Moik war ein Glücksfall: Der junge Mross hatte eine außergewöhnliche Begabung für die Trompete und eine natürliche Bühnenpräsenz, die weit über sein Alter hinausging.
In den 1990er Jahren baute er seinen Ruf mit zahlreichen Alben und weiteren Platzierungen beim Grand Prix aus. Er wurde zu einem der bekanntesten Gesichter der Volksmusik-Szene und trat regelmäßig in den großen Fernsehshows des Genres auf. Sein Diskografie umfasst Dutzende von Alben, darunter das 2020 gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Anna-Carina Woitschack aufgenommene Album Stark wie zwei.
Zwei Jahrzehnte als Moderator
2005 übernahm er die Moderation von Immer wieder sonntags und verwandelte die Show in eine der meistgesehenen Schlager-Sendungen Deutschlands. Seine Fähigkeit, sowohl etablierte als auch aufstrebende Künstler zu präsentieren, machte ihn zu einer zentralen Figur der Branche. Er war nicht nur Moderator, sondern auch Mentor für viele junge Talente, die durch die Show bekannt wurden. Sein warmes, zugängliches Auftreten und sein echtes Interesse an den Gästen machten ihn bei Publikum und Künstlern gleichermaßen beliebt.
Kontroversen und persönliche Tiefpunkte
Mross' lange Karriere war nicht frei von Kontroversen. In den späten 1990er Jahren war er in den sogenannten Trompeterkrieg verwickelt – einen Rechtsstreit über die Frage, ob ein Studiomusiker auf einigen seiner Aufnahmen gespielt hatte. Der Fall wurde 2006 außergerichtlich beigelegt und hinterließ einen Schatten auf seiner Karriere, der ihn noch Jahre später verfolgte.
2014 kollabierte er während einer Live-Sendung von Immer wieder sonntags, nachdem er im Rahmen einer Wette eine extrem scharfe Currywurst gegessen hatte – ein Moment, der in die Geschichte der deutschen Fernsehunterhaltung eingegangen ist. 2023 wurde bekannt, dass er einen Strafbefehl wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung akzeptiert hatte, der auf einen Vorfall in einem Leipziger Hotel im Mai 2022 zurückging. Diese Ereignisse zeigen, dass Mross trotz seines freundlichen öffentlichen Images auch Schattenseiten hat.
Privatleben: Dreimal verheiratet, jetzt glücklich mit Eva Luginger
Mross war dreimal verheiratet: von 2006 bis 2012 mit Volksmusik-Star Stefanie Hertel, mit der er eine Tochter hat; von 2013 bis 2016 mit Susanne Schmidt, mit der er zwei Kinder hat; und von 2020 bis 2022 mit Sängerin Anna-Carina Woitschack, deren Hochzeit live im Fernsehen übertragen wurde und Millionen von Zuschauern begeisterte. Die Trennung von Woitschack Ende 2022 war ebenfalls ein großes Medienthema.
Seit Anfang 2023 ist er mit Sängerin Eva Luginger zusammen, die auch administrative Aufgaben für seine Karriere übernommen hat. Mross beschreibt sein aktuelles Leben als ruhiger und entspannter als früher. Er hat öffentlich erklärt, dass er Alkohol in Maßen genießt, aber kein Problem damit hat. Die Beziehung mit Luginger scheint ihm die Stabilität zu geben, die er in früheren Jahren vermisst hatte.
Was kommt nach Immer wieder sonntags?
Stefan Mross plant keinen Rückzug aus dem Rampenlicht. Für 2027 hat er bereits eine Solokonzerttournee unter dem Titel Immer wieder Stefan angekündigt – rund 40 Termine in Deutschland und den Nachbarländern. Der Name ist eine bewusste Anspielung auf die Sendung und signalisiert: Das Ende von Immer wieder sonntags ist kein Abschied von Stefan Mross, sondern der Beginn eines neuen Kapitels.
Die Ankündigung der Tour zeigt, dass Mross die Situation strategisch nutzt: Er verwandelt das Ende der Sendung in einen Neustart für seine Karriere als Konzertmusiker. Indem er die Tour weit im Voraus ankündigt, schafft er Vorfreude und hält seine Fans bei der Stange. Für seine Fans ist das eine tröstliche Botschaft – auch wenn der Sonntagmorgen ohne die vertraute Sendung nie mehr ganz derselbe sein wird.
Stefan Mross bleibt damit das, was er immer war: ein Überlebenskünstler der deutschen Unterhaltungsbranche, der sich immer wieder neu erfindet und sein Publikum begeistert. Die letzte Saison von Immer wieder sonntags wird ein Fest der Nostalgie und der Freude sein – und ein würdiger Abschluss für eine Sendung, die das deutsche Fernsehen über drei Jahrzehnte geprägt hat.